Nach einem begeisterten Wiedersehen am Flughafen (10 Monate sind wirklich eine lange Zeit) ging es mit dem Truffi erst einmal 4h nach San José, den Ort in dem Hanna seit fast einem Jahr lebt.
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| San José |
Für mich Großstadt-Göre, die an das riesige São Paulo gewöhnt ist, war ja schon Santa Cruz eher ein Dorf als eine Stadt (wo sind die Hochhäuser?!), und dass, obwohl es als die größte Stadt Boliviens gilt.
San José ist wirklich ein kleines, idyllisches Dörfchen irgendwo im nirgendwo - mit Sandstraßen, kleinen Tante-Emma-Läden und langen Palmen umsäumten Straßen, die in die Weite führen. Außerdem hat es eine riesige Plaza mit einer großen ehemaligen Jesuiten-Reduktion.
Hanna arbeitet in dem Kinderdorf "Aldea dos Niños Padre Alfredo". Es besteht aus lauter kleinen Häusern (Casas), in denen jeweils eine "Tia" mit ca 7-10 Kindern gemeinsam in einer Art Familie zusammenlebt. Hanna wohnt in einem Casa mit Tia Lilli, deren Sohn und 7 anderen Kindern zwischen 2 und 13 Jahren.
Das erste Wochenende habe ich mit Hanna und Sarah (ihrer Mitfreiwilligen) damit verbracht, San José und Umgebung ein wenig kennen zu lernen. Mit dabei waren außerdem Anne und Julia (Freiwillige aus Santa Cruz) und Becci (Freiwillige aus Cochabamba). Ich hab mich in der Gruppe direkt total wohl gefühlt, obwohl ich ja die "Fremde" in dem eingespielten Team war.
Montag Mittag ging es dann zu 6. mit Sack und Pack mit dem Truffi nach Santa Cruz und von dort aus über Nacht in einem ziemlich bequemen Bus nach Trinidad. Von da aus haben wir uns nach einigem Hin und Her entschieden, nicht mit dem billigeren Bus, sondern dem Auto weitere 8h nach Rurrenabaque, unser eigentliches Ziel, zu fahren. Zum Glück - auf der matschigen Strecke zu Beginn des Weges ist besagter Bus nämlich stecken geblieben und alle Passagiere mussten ewig warten, während wir mit unserem jungen Fahrer bei lauter Musik munter durch die Schlammhügel an ihnen vorbeigebrettert sind.
Allein schon die Fahrt war Erlebnis - wir mussten einige Flüsse auf abenteuerlichen Fähren überqueren, uns mit dem Auto durch Kuhherden kämpfen und sind über staubige Buckelpisten gedüst. Das ganze in traumhafter Landschaft, mit Blick auf Alligatoren, Capivaras (Wasserschweine), Strauße und Papageien.
Rurrenabaque liegt im Norden Boliviens. Hier erstreckt sich der Madidi Nationalpark, der als einer der artenreichsten Nationalparks der Welt gilt. Die Kleinstadt ist vor allem deshalb so bekannt, da man von dort aus gut Touren ins Amazonasgebiet unternehmen kann (Zitat Reiseführer: "Rurre wäre ein verschlafenes Dörfchen, wenn es die Touristen nicht geben würde"). Auch wir haben eine Tour in die Pampas unternommen. 3 Tage lang haben wir gemeinsam mit unserem Guide José in einem kleinen Kanu die verzweigten Flussärmchen des Rio Yacuma erkundigt. Wir haben die verrücktesten Vögel, viele Schildkröten, Capivaras und Papageien gesehen. Ein 2m-langes Krokodil war unser Mitbewohner, ich hatte einen Affen auf meinem Kopf, eine giftige Spinne in meinem Bett und eine 1,5 m-lange Baby-Anaconda in meiner Hand. Außerdem waren wir Piranhas fischen (ich habe dabei kläglich versagt) und im selben Fluss schwimmen, nur beschützt von rosa Flussdelfinen, die in bis zu 1m Entfernung an uns herangeschwommen sind (Hanna haben sie sogar angestupst!).
Mein absolutes Highlight war definitiv der traumhafte Sonnenuntergang am ersten Abend und die darauffolgende nächtliche Kanufahrt. Der Sternenhimmel war einfach atemberaubend schön und um uns rum auf dem Wasser haben die Glühwürmchen geleuchtet! Ich konnte mich gar nicht satt sehen - es war, als wären nicht nur am Himmel, sondern auch um uns herum lauter Sterne!
Wir haben dort auch einen wunderbaren Aussichtspunkt gefunden, mit traumhafter Sicht auf La Paz und die umliegenden Berge. Ich konnte mich gar nicht satt sehen und wäre am liebsten ewig geblieben!
Meine zweite Woche in Bolivien habe ich bei Hanna im Projekt verbracht. Am Dienstag Abend gab es ein großes Johannisfeuer, bei dem wir bis spät in die Nacht zu bolivianischer Musik um das Feuer getanzt haben. Die nächsten Tage habe ich es einfach genossen, mal wieder Zeit mit meiner Schwester zu verbringen und ihren Alltag mit zu erleben. Wir haben mit den Kindern herumgealbert, sind einen Tag mit Hannas "Familie" auf den Turubo in der Nähe gestiefelt, haben Schoko-Fondue gemacht...
Ich habe mich dort unglaublich wohl gefühlt und kann zu 100% verstehen, warum Hanna in der Aldea so glücklich ist! Es herrscht eine so fröhliche und liebevolle Atmosphäre und die Kinder haben einen Platz zum Herumtoben, von dem mein kleines Projekt in São Paulo nur träumen kann. Ich habe mich total in die Kinder aus Hannas Casa verliebt und war froh von allen so herzlich aufgenommen zu werden. Die Kids waren fasziniert davon, wie ähnlich Hanna und ich uns sehen und der 2-jährige Frans aus Hannas Casa hat mich einfach auch Hanna genannt - gab eben 2 Hannas während meiner Anwesenheit :)
Ich bin so froh dass ich die Möglichkeit hatte, ein wenig das Land mit seiner Kultur und seinen Menschen kennen zu lernen, das für Hanna im letzten Jahr ein zweites Zuhause geworden ist.Ich war richtig traurig, als ich mich nach der Woche von allen verabschieden musste, hab mich aber gleichzeitig auch wieder total auf mein Praktikum, die Kinder und die vertraute Umgebung in São Paulo gefreut!
Am Sonntag sind wir zusammen in ein kleines Schwimmbad an einem Fluss und danach zu den "Aguas calientes" (Termalquellen) gefahren. Die heißen Quellen haben den ganzen Fluss erhitzt und man ist in ihnen bis zur Hüfte im Sand versunken (sonst reichte das Wasser nur knapp bis zu den Waden) und langsam wieder hochgetrieben worden. Es ist schwierig zu erklären - auf jeden Fall sehr faszinierend und cool :) Die eher kühleren Temperaturen an diesem Tag machten das warme Wasser nur noch angenehmer, so dass wir einen wunderbaren Abend dort im Wasser verbracht haben.
| Süßestes Kind - Frans :) |
Montag Mittag ging es dann zu 6. mit Sack und Pack mit dem Truffi nach Santa Cruz und von dort aus über Nacht in einem ziemlich bequemen Bus nach Trinidad. Von da aus haben wir uns nach einigem Hin und Her entschieden, nicht mit dem billigeren Bus, sondern dem Auto weitere 8h nach Rurrenabaque, unser eigentliches Ziel, zu fahren. Zum Glück - auf der matschigen Strecke zu Beginn des Weges ist besagter Bus nämlich stecken geblieben und alle Passagiere mussten ewig warten, während wir mit unserem jungen Fahrer bei lauter Musik munter durch die Schlammhügel an ihnen vorbeigebrettert sind.
Allein schon die Fahrt war Erlebnis - wir mussten einige Flüsse auf abenteuerlichen Fähren überqueren, uns mit dem Auto durch Kuhherden kämpfen und sind über staubige Buckelpisten gedüst. Das ganze in traumhafter Landschaft, mit Blick auf Alligatoren, Capivaras (Wasserschweine), Strauße und Papageien.
| So sah unser Auto nach der Fahrt auch aus :) |
Rurrenabaque liegt im Norden Boliviens. Hier erstreckt sich der Madidi Nationalpark, der als einer der artenreichsten Nationalparks der Welt gilt. Die Kleinstadt ist vor allem deshalb so bekannt, da man von dort aus gut Touren ins Amazonasgebiet unternehmen kann (Zitat Reiseführer: "Rurre wäre ein verschlafenes Dörfchen, wenn es die Touristen nicht geben würde"). Auch wir haben eine Tour in die Pampas unternommen. 3 Tage lang haben wir gemeinsam mit unserem Guide José in einem kleinen Kanu die verzweigten Flussärmchen des Rio Yacuma erkundigt. Wir haben die verrücktesten Vögel, viele Schildkröten, Capivaras und Papageien gesehen. Ein 2m-langes Krokodil war unser Mitbewohner, ich hatte einen Affen auf meinem Kopf, eine giftige Spinne in meinem Bett und eine 1,5 m-lange Baby-Anaconda in meiner Hand. Außerdem waren wir Piranhas fischen (ich habe dabei kläglich versagt) und im selben Fluss schwimmen, nur beschützt von rosa Flussdelfinen, die in bis zu 1m Entfernung an uns herangeschwommen sind (Hanna haben sie sogar angestupst!).
Mein absolutes Highlight war definitiv der traumhafte Sonnenuntergang am ersten Abend und die darauffolgende nächtliche Kanufahrt. Der Sternenhimmel war einfach atemberaubend schön und um uns rum auf dem Wasser haben die Glühwürmchen geleuchtet! Ich konnte mich gar nicht satt sehen - es war, als wären nicht nur am Himmel, sondern auch um uns herum lauter Sterne!
| Schildkrötenfamilie beim Sonnen |
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| Traumhafter Sonnenuntergang |
| Mitbewohner |
| Unsere Unterkunft für 3 Tage :) |
| Die Anaconda war mir nicht ganz geheuer :D |
| Piranha |
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| Die Delfine waren zu schnell fürs Foto :) |
| Beste Reisegruppe! |
Mit klapprigem Bus ging es dann direkt am Abgrund entlang, auf unbefestigten Straßen in schwindelerregender Höhe weiter in Richtung La Paz. Die Strecke war definitiv ein Erlebnis (wir sind sogar mit unserem Bus einen Teil der sog. "Death Road" gefahren)! Wenn ich auf dieser Fahrt eines gelernt habe, dann ist es auf sein Bauchgefühl zu vertrauen und lieber 10 Euro mehr für ein sicheres Taxi auszugeben - aber naja, im Nachhinein ist man immer schlauer :)
| Sehr vertrauenswürdig :D |
| Wunderschöne Landschaften |
La Paz liegt auf einer Höhe von etwa 3600m und gilt als der höchstgelegene Regierungssitz der Welt. Die Stadt befindet sich in einem Talkessel, umgeben von schneebedeckten Gipfeln und bietet definitiv einen imposanten Anblick. Wir hatten in den beiden Tagen dort wirklich traumhaftes Wetter - strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und perfekte Sicht auf den beeindruckenden Illimani, der mit 6439m der zweithöchste Berg Boliviens ist. Wir waren fleißig auf dem Hexenmarkt shoppen und haben uns mit wunderbaren Alpaka-Pullovern, Taschen, Stoffen und sonstigen bolivianischen Kostbarkeiten eingedeckt. Am Sonntag ging es mit dem berühmten "Teleférico" (Seilbahn) auf den wöchentlichen riesigen Markt in El Alto (4100m). Auf diesem Markt wird wirklich alles angeboten - von Autoteilen über Stoffe, Kleidung und DVDs, bis hin zu toten Lama-Föten. Und natürlich massenweise Essen. Es kommen die unterschiedlichsten Menschen dorthin, um fleißig bei traumhaftem Bergpanorama ihre Einkäufe zu erledigen.
| Milchshake aus der Tüte |
| Hexenmarkt |
| Eine bolivianische Cholita |
| Ausblick aus dem Teleférico auf La Paz und den Illimani (rechts) |
| Der Markt in El Alto |
| Getrocknete Lama-Föten |
Wir haben dort auch einen wunderbaren Aussichtspunkt gefunden, mit traumhafter Sicht auf La Paz und die umliegenden Berge. Ich konnte mich gar nicht satt sehen und wäre am liebsten ewig geblieben!
| La Paz :) |
| Mit Hanna, Becci und Anne |
Meine zweite Woche in Bolivien habe ich bei Hanna im Projekt verbracht. Am Dienstag Abend gab es ein großes Johannisfeuer, bei dem wir bis spät in die Nacht zu bolivianischer Musik um das Feuer getanzt haben. Die nächsten Tage habe ich es einfach genossen, mal wieder Zeit mit meiner Schwester zu verbringen und ihren Alltag mit zu erleben. Wir haben mit den Kindern herumgealbert, sind einen Tag mit Hannas "Familie" auf den Turubo in der Nähe gestiefelt, haben Schoko-Fondue gemacht...
Ich habe mich dort unglaublich wohl gefühlt und kann zu 100% verstehen, warum Hanna in der Aldea so glücklich ist! Es herrscht eine so fröhliche und liebevolle Atmosphäre und die Kinder haben einen Platz zum Herumtoben, von dem mein kleines Projekt in São Paulo nur träumen kann. Ich habe mich total in die Kinder aus Hannas Casa verliebt und war froh von allen so herzlich aufgenommen zu werden. Die Kids waren fasziniert davon, wie ähnlich Hanna und ich uns sehen und der 2-jährige Frans aus Hannas Casa hat mich einfach auch Hanna genannt - gab eben 2 Hannas während meiner Anwesenheit :)
Ich bin so froh dass ich die Möglichkeit hatte, ein wenig das Land mit seiner Kultur und seinen Menschen kennen zu lernen, das für Hanna im letzten Jahr ein zweites Zuhause geworden ist.Ich war richtig traurig, als ich mich nach der Woche von allen verabschieden musste, hab mich aber gleichzeitig auch wieder total auf mein Praktikum, die Kinder und die vertraute Umgebung in São Paulo gefreut!
| Johannisfeuer |
| Polonese |
| Die Kinder vergöttern Hanna :) |
| Carlitos hat Geburtstag! Er wird 8 :) |
| Traumhaftes Gelände |
| Auf dem Weg zum Turobo |


