Montag, 14. September 2015

On Tour - Rio de Janeiro :)

Schon am Tag nach meiner Abschiedsfeier ging sie los - meine Traumreise in Richtung Norden! 

Zunaechst ging es 7 Stunden mit dem Bus zu meinem ersten Ziel: Rio :)
Ich hatte eine tolle Zeit dort - war Sonnetanken an der Copacabana, bin waehrend des Sonnenuntergangs am Strand von Ipanema schwimmen gegangen (unglaublich schoenes Erlebnis) und in 3 schweisstreibenden Stunden bei 30 Grad den Corcovado zur Christusstatue hochgeklettert, um die atemberaubende Aussicht auf Rio zu geniessen. Ausserdem habe ich 
Caipirinha und Agua de Coco getrunken, witzige Abende mit Backpackern aus aller Welt verbracht, und mit diesen in einem kunterbunten Mix aus Englisch und Portugiesisch ueber die verschiedensten Themen philosophiert. 

Da Bilder mehr sagen als Worte folgen hier ein paar Impressionen aus dieses Wahnsinns-Stadt :)

Pão de açucar - Zuckerhut

Copacabana

Blick auf den Christo

Brasilien verarbeitet...

Ipanema

Die Lichter der Favela gehen an.

Auf zum Christo!




Grandioser Ausblick






Letzter Monat im Praktikum und Abschied

Mein letzter Monat im Praktikum war wunderschoen und ging vor allem viel zu schnell vorbei! Es war ein Monat voller Abschiede - erst gingen die Postulantes, die uns im Juli so tatkraeftig unterstuetzt haben, dann eine Mitarbeiterin und zum Schluss stand auch meine eigene Verabschiedung bevor. 

Ich habe meine letzte Zeit unglaublich genossen: hab viel Zeit mit meinen Kids verbracht, mit ihnen Volleyball gespielt, Filmtage veranstaltet, die Grossen bei einem Tanzauftritt begleitet, viele viele Fischgraeten-Zoepfe geflochten, gekuschelt, gelacht... Gleichzeitig habe ich meine kommende Reise durch Brasilien geplant, schonmal zu packen begonnen, die letzten Punkte auf meiner To-Do-Liste fuer São Paulo abgearbeitet, diverse Berichte fuer die Uni geschrieben und Abschiedsbriefe an meine Mitarbeiter verfasst.
Als der Tag meiner Abschiedsfeier gekommen war war ich somit reif fuer Urlaub, aber definitiv noch nicht bereit um entgueltig "Tchau" zu sagen!

Der gesamte Tag war wunderschoen und sehr sehr traenenreich (zumindestens von meiner Seite aus!). Die Kleineren haben mir alle Karten mit Handabdruecken und gemalten Bildern geschenkt und die Grossen meterlange Rollen Papier mit Bildern und Briefen. Ausserdem haben sie getanzt und gesungen (spaetestens da konnte ich die Traenen nicht mehr zurueck halten - und ich musste das ganze 2x durchstehen, einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag). 
Ich bin sooo dankbar fuer die Zeit hier im CCA Sefras Peri!!! Ich habe unglaublich viel gelernt, sowohl von meinen tollen Mitarbeitern, als auch von meinen fantastischen Kindern!! Ich werden ihre Liebe, Umarmungen, Scherze, Streiche, Lachen, und Zuneigung unglaublich vermissen!!! 








Sonntag, 2. August 2015

Julho – Arbeit, Feierei, Glückseeligkeit



Nun habe ich wirklich schon die letzte „Parada Técnica“ (Teamsitzung) hinter mir. Nur noch 1 Monat Praktikum - wie schnell die Zeit vergeht! Es kommt mir wie gestern vor, als ich völlig überfordert das erste Mal umgeben von einer Horde neugieriger Kinder in meinem Projekt stand und kaum etwas von dem verstanden habe, was sie alle gleichzeitig auf mich ein geplappert haben. Und doch ist dieser Tag schon 4,5 Monate her…
Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich lachen oder weinen soll. Was ich allerdings weiß ist, dass mir der Abschied von hier mit Sicherheit verdammt schwer fallen wird!


Der letzte Monat war anstrengend, kurz, intensiv und vor allem unglaublich schön! Die Kinder hatten den ganzen Juli Winterferien und wir haben uns daher ein ganz besonderes Programm für sie ausgedacht (unser Projekt hatte über die Ferien nicht geschlossen, was vor allem daran liegt, dass viele Kinder von den täglichen Mahlzeiten hier abhängig sind). Es gab Cinema (Kino), Spielwettbewerbe, Theateraufführungen und vieles mehr. Ein Highlight war das „Buffet de Crépe Francês“. Es kam ein Catering-Service, der ein edles Buffet aufgebaut hat und den Kindern unter anderem auch die Getränke, wie in einem Restaurant, serviert haben -  ein ganz neues Erlebnis für Viele! Die meisten Kinder haben zum ersten Mal in ihrem Leben einen Crépe gegessen und nach anfänglichen Zweifeln haben sie sich alle darauf gestürzt (vor allem natürlich auf die Süßen).




Dominiert wurde der Monat allerdings vom „Festa Julina“, das Mitte Juli stattfand und von den damit verbundenen Vorbereitungen. Normalerweise gibt es in Brasilien die „Festas Juninas“ (Junifeste). Sie werden im gesamten Monat Juni gefeiert und haben eine lange Tradition. Besonders in den Regionen des Nordostens (hier ähnlich populär wie Karneval), aber auch in São Paulo, werden die Feste zu Gedenken der römisch-katholischen Heiligen Santo Antônio (Heiliger Antonius von Padua), São João (Heiliger Johannes), São Pedro (Heiliger Peter) und São Paulo (Heiliger Paul) groß gefeiert. Da mein Projekt im Juli 1-jähriges Bestehen gefeiert hat (das Projekt an sich gibt es schon länger, aber vor einem Jahr wurde es von der Organisation Sefras übernommen), haben wir das Fest einfach um einen Monat verschoben.

Sejam Bem Vindos!

Wochenlang wurden Girlanden ausgeschnitten, Plakate gemalt, Deko gebastelt und Tänze einstudiert. Überstunden wurden gemacht, massenweise Kuchen gebacken und das ganze Projekt blitzblank geschrubbt. Die Salas (Räume) der Kinder und Jugendlichen wurden mal wieder aufgeräumt und mit den gebastelten Werken des Semesters geschmückt. Das Fest an sich war ein totaler Erfolg! Es waren unglaublich viele Menschen aus dem ganzen Viertel da, es wurde gegessen, Spiele gespielt (z.B. „Galinha na Panela“ – ein Gummihuhn muss aus ein paar Metern Entfernung in einen Kochtopf geworfen werden), getanzt, Preise beim Bingo gewonnen und noch mehr gegessen. Die Kinder und Jugendlichen haben außerdem unter begeisterten Jubelrufen der Eltern ihre geprobten Tänze vorgeführt. 

Der geschmückte Raum der Kleinen


Fotowand

Mein persönliches Highlight war die „Quadrilha“ – eine Art Paartanz. Man hüpft Arm in Arm in einer langen Schlange durch den Raum und es gibt einen Vortänzer, der den Leuten Kommandos zuruft, wie beispielsweise „Achtung Kobra“ (alle Mädls müssen schreien) oder „Regen“ (die Jungs halten ihre Hände zum Schutz über den Kopf der Mädchen). Zwischendurch rufen sie auch mal ganz laut „Viva São João“ („Es lebe der Heilige Johannes“) und alle schreien zurück „Vivaaaaa“! Es haben spontan auch ganz viele Eltern mitgetanzt - es war ein unglaubliches Chaos und ein riesen Spaß :)

Quadrilha



Seit diesem Monat gibt es übrigens bei mir im Projekt einen Computerraum und einen kleinen improvisierten Garten! Außerdem hatten wir zur Unterstützung 3 junge franziskanische Novizen, die vor allem bei den Mädls im Projekt super angekommen sind :) Für mich war es wirklich schön, nicht mehr die Neue zu sein, sondern die, die sich schon auskennt! 

Computerraum

Gärtchen


Außerdem hatte ich die Möglichkeit, einmal mit in die Communidade (Favela) zu gehen, aus der die meisten unserer Kinder stammen. Es war ein ziemlich bedrückendes Erlebnis, durch die schmalen, matschigen und verdreckten Gassen, an den aus Pappe und Holz zusammengezimmerten Hütten vorbei zu laufen und zu wissen, dass dies der Alltag vieler unserer Kinder ist. Es gibt häufig kein fließendes Wasser, die Dächer sind undicht und es muss jetzt im Winter vor allem nachts unglaublich kalt sein. Es gibt keinerlei Privatsphäre und der Drogenhandel ist so alltäglich, wie das Fußballspielen auf der Straße. Mir wurde mal wieder bewusst, wie wichtig unser Projekt in dieser Gegend ist – allein schon um die Kinder von der Straße und deren Verlockungen fern zu halten. 
Und wie gut ich es habe.


Das Bild stammt noch von Ostern (deshalb die Eier)


Am Donnerstag haben wir zum Ferienende einen Ausflug mit allen Kindern und Jugendlichen (die Vormittags- und Nachmittagsgruppen zusammen) in einen kleinen Freizeitpark in der Nähe gemacht. Wir hatten ihn ganz für uns alleine und es war einfach ein unglaublich anstrengender, aber wunderschöner Tag und der perfekte Abschluss der Ferien. Die Kids waren begeistert von all den Spielmöglichkeiten und auch die Großen hatten ihren Spaß :)



Auch die Großen hatten Spaß :)


Der Juli war somit zum einen ein sehr arbeitsintensiver Monat, aber auch ein Monat mit unglaublich vielen Glücksmomenten! Es sind Kleinigkeiten, die man oft mit einem Wimpernschlag wieder vergessen hat, einen aber trotzdem irgendwie tief im Inneren berühren.
Hier ein paar Beispiele, die mir im Kopf geblieben sind:

·    Als ich nach meiner Bolivienreise zurück ins Projekt kam und erstmal alle Kinder auf mich zugestürmt kamen.
·    Ich danach in einer Massenumarmung halb erdrückt wurde.
·    Als ein Junge später zu mir kam, mir einen Kuss auf die Backe gedrückt hat und meinte, dass er mich vermisst hat.
·    Als ein Kind an seiner Geburtstagsfeier sein erstes Stück Kuchen mir geben wollte (das erste Stück ist hier etwas ganz besonderes).
·    Als mir ein Mädchen erzählt hat, ich sei für sie das schönste Mädchen, dass sie kennt – schöner als ihre Mama.
·    Als überraschend Post aus der Heimat auf dem Tisch lag.
·    Als ein Kind beim Spielen angefangen hat ein Lied zu singen und plötzlich die ganze Gruppe laut mit geschmettert hat.
·    Als ein Jugendlicher ein Schimpfwort benutz hat und mich, nach einem strengen Blick meinerseits, mit großen Augen angeschaut und ganz schnell „Tut mir leid, Lea!!“ gerufen hat.
·    Als wir es geschafft haben, uns in einer ruhigen Art und Weise in einem Stuhlkreis mit den Kindern zu unterhalten :D
·    Als ich erfahren habe, dass die Kinder bei einem Ausflug (bei dem ich nicht dabei sein konnte, weil ich beim Arzt war) laut gesungen haben: „Lea, wo bist du? Wir sind nur her gekommen, um dich zu sehen!“
·    Als ein Mädchen mich angefleht habe, dass ich doch in Brasilien bleiben soll.
·    Sie auf mein Argument, meine Familie wäre aber in Deutschland, nur meinte, ich solle die doch nach São Paulo bringen.
·    Als sie mir am Ende erklärt hat, sie würde mir dann eben eine Schachtel basteln, in der ich mein Geld für eine Rückkehr sammeln könnte.
·    Als ich bei den Tanzproben der Jugendlichen zusammen mit ihnen getanzt habe.
·    Als ich mir beim Frühstück Kaffee holen wollte und ein Mädchen mich angestrahlt hat und gesagt hat: Kaffee mit Milch, oder?
·    Als ein Junge trotz anfänglichem Widerwillen mit schallendem Lachen und vor Freude funkelnden Augen mit mir Quadrilha getanzt hat.
·    Als mich beim Festa Julina alle Kinder unglaublich glücklich und begeistert angestrahlt haben – einen schöneren Erfolg gibt es nicht!
·    Als ich, von den Kids angefeuert, gemeinsam mit den anderen Erwachsenen im Freizeitpark Autoskooter (Bate-Bate, gesprochen „Batschi-Batschi) gefahren bin und gar nicht mehr aufhören konnte zu lachen.
·    Als mir ein Kind vertrauensvoll den Kopf in den Schoß gelegt hat, damit ich ihm den Rücken kraule.
·    Als ein neues Kind sich auf der Rückfahrt vom Freizeitpark ganz erschöpft auf meinen Schoß gesetzt und an mich gekuschelt hat.
·    Als ein Mädchen mit strahlendem Lächeln meine Hand genommen hat, um mit mir zusammen die 20 Meter zum Essensraum zu gehen.
·    Als meine Mitarbeiter eine Viertelstunde lang darüber diskutiert haben, wie sie am besten meinen Reisepass klauen können, damit ich in Brasilien bleiben muss.
·    Und einfach jedes Mal aufs Neue, wenn mich jemand lächelnd mit einer Umarmung oder einem Kuss auf die Wange begrüßt, und mich liebevoll „filha“ (Tochter) oder „querida“ (meine Liebe) nennt!

Es sind diese Kleinigkeiten, die mir am Ende des Tages, wenn ich im Bus durch die Straßen von Jardim Peri Alto holpere und den wunderschönen Sonnenuntergang über den Häuserbergen betrachte, jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern und mir immer wieder aufs Neue bewusst machen, wie verdammt glücklich ich bin!


Beijos, Lea

Sonntag, 26. Juli 2015

Bolivien - Wiedersehen nach 10 Monaten



Am 13.6. ging es für mich für 2 Wochen nach Bolivien. Meine Schwester Hanna macht dort ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Kinderdorf in der Nähe von Santa Cruz und ich konnte mir die Gelegenheit, das Ganze mal aus nächster Nähe zu betrachten natürlich nicht entgehen lassen - wo wir uns doch schon am gleichen Kontinent befinden.. um die Ecke quasi :)
Nach einem begeisterten Wiedersehen am Flughafen (10 Monate sind wirklich eine lange Zeit) ging es mit dem Truffi erst einmal 4h nach San José, den Ort in dem Hanna seit fast einem Jahr lebt. 

San José

Für mich Großstadt-Göre, die an das riesige São Paulo gewöhnt ist, war ja schon Santa Cruz eher ein Dorf als eine Stadt (wo sind die Hochhäuser?!), und dass, obwohl es als die größte Stadt Boliviens gilt. 
San José ist wirklich ein kleines, idyllisches Dörfchen irgendwo im nirgendwo - mit Sandstraßen, kleinen Tante-Emma-Läden und langen Palmen umsäumten Straßen, die in die Weite führen. Außerdem hat es eine riesige Plaza mit einer großen ehemaligen Jesuiten-Reduktion.




Hanna arbeitet in dem Kinderdorf "Aldea dos Niños Padre Alfredo". Es besteht aus lauter kleinen Häusern (Casas), in denen jeweils eine "Tia" mit ca 7-10 Kindern gemeinsam in einer Art Familie zusammenlebt. Hanna wohnt in einem Casa mit Tia Lilli, deren Sohn und 7 anderen Kindern zwischen 2 und 13 Jahren. 

Hannas Casa

Das erste Wochenende habe ich mit Hanna und Sarah (ihrer Mitfreiwilligen) damit verbracht, San José und Umgebung ein wenig kennen zu lernen. Mit dabei waren außerdem Anne und Julia (Freiwillige aus Santa Cruz) und Becci (Freiwillige aus Cochabamba). Ich hab mich in der Gruppe direkt total wohl gefühlt, obwohl ich ja die "Fremde" in dem eingespielten Team war.
Am Sonntag sind wir zusammen in ein kleines Schwimmbad an einem Fluss und danach zu den "Aguas calientes" (Termalquellen) gefahren. Die heißen Quellen haben den ganzen Fluss erhitzt und man ist in ihnen bis zur Hüfte im Sand versunken (sonst reichte das Wasser nur knapp bis zu den Waden) und langsam wieder hochgetrieben worden. Es ist schwierig zu erklären - auf jeden Fall sehr faszinierend und cool :) Die eher kühleren Temperaturen an diesem Tag machten das warme Wasser nur noch angenehmer, so dass wir einen wunderbaren Abend dort im Wasser verbracht haben.

Süßestes Kind - Frans :)


Montag Mittag ging es dann zu 6. mit Sack und Pack mit dem Truffi nach Santa Cruz und von dort aus über Nacht in einem ziemlich bequemen Bus nach Trinidad. Von da aus haben wir uns nach einigem Hin und Her entschieden, nicht mit dem billigeren Bus, sondern dem Auto weitere 8h nach Rurrenabaque, unser eigentliches Ziel, zu fahren. Zum Glück - auf der matschigen Strecke zu Beginn des Weges ist besagter Bus nämlich stecken geblieben und alle Passagiere mussten ewig warten, während wir mit unserem jungen Fahrer bei lauter Musik munter durch die Schlammhügel an ihnen vorbeigebrettert sind.


Allein schon die Fahrt war Erlebnis - wir mussten einige Flüsse auf abenteuerlichen Fähren überqueren, uns mit dem Auto durch Kuhherden kämpfen und sind über staubige Buckelpisten gedüst. Das ganze in traumhafter Landschaft, mit Blick auf Alligatoren, Capivaras (Wasserschweine), Strauße und Papageien.



So sah unser Auto nach der Fahrt auch aus :)




Rurrenabaque liegt im Norden Boliviens. Hier erstreckt sich der Madidi Nationalpark, der als einer der artenreichsten Nationalparks der Welt gilt. Die Kleinstadt ist vor allem deshalb so bekannt, da man von dort aus gut Touren ins Amazonasgebiet unternehmen kann (Zitat Reiseführer: "Rurre wäre ein verschlafenes Dörfchen, wenn es die Touristen nicht geben würde"). Auch wir haben eine Tour in die Pampas unternommen. 3 Tage lang haben wir gemeinsam mit unserem Guide José in einem kleinen Kanu die verzweigten Flussärmchen des Rio Yacuma erkundigt. Wir haben die verrücktesten Vögel, viele Schildkröten, Capivaras und Papageien gesehen. Ein 2m-langes Krokodil war unser Mitbewohner, ich hatte einen Affen auf meinem Kopf, eine giftige Spinne in meinem Bett und eine 1,5 m-lange Baby-Anaconda in meiner Hand. Außerdem waren wir Piranhas fischen (ich habe dabei kläglich versagt) und im selben Fluss schwimmen, nur beschützt von rosa Flussdelfinen, die in bis zu 1m Entfernung an uns herangeschwommen sind (Hanna haben sie sogar angestupst!).
Mein absolutes Highlight war definitiv der traumhafte Sonnenuntergang am ersten Abend und die darauffolgende nächtliche Kanufahrt. Der Sternenhimmel war einfach atemberaubend schön und um uns rum auf dem Wasser haben die Glühwürmchen geleuchtet! Ich konnte mich gar nicht satt sehen - es war, als wären nicht nur am Himmel, sondern auch um uns herum lauter Sterne! 





Schildkrötenfamilie beim Sonnen



Traumhafter Sonnenuntergang


Mitbewohner
Unsere Unterkunft für 3 Tage :)
Die Anaconda war mir nicht ganz geheuer :D


Piranha

Die Delfine waren zu schnell fürs Foto :)

Beste Reisegruppe!



Mit klapprigem Bus ging es dann direkt am Abgrund entlang, auf unbefestigten Straßen in schwindelerregender Höhe weiter in Richtung La Paz. Die Strecke war definitiv ein Erlebnis (wir sind sogar mit unserem Bus einen Teil der sog. "Death Road" gefahren)! Wenn ich auf dieser Fahrt eines gelernt habe, dann ist es auf sein Bauchgefühl zu vertrauen und lieber 10 Euro mehr für ein sicheres Taxi auszugeben - aber naja, im Nachhinein ist man immer schlauer :)


Sehr vertrauenswürdig :D

Wunderschöne Landschaften


La Paz liegt auf einer Höhe von etwa 3600m und gilt als der höchstgelegene Regierungssitz der Welt. Die Stadt befindet sich in einem Talkessel, umgeben von schneebedeckten Gipfeln und bietet definitiv einen imposanten Anblick. Wir hatten in den beiden Tagen dort wirklich traumhaftes Wetter - strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und perfekte Sicht auf den beeindruckenden Illimani, der mit 6439m der zweithöchste Berg Boliviens ist. Wir waren fleißig auf dem Hexenmarkt shoppen und haben uns mit wunderbaren Alpaka-Pullovern, Taschen, Stoffen und sonstigen bolivianischen Kostbarkeiten eingedeckt. Am Sonntag ging es mit dem berühmten "Teleférico" (Seilbahn) auf den wöchentlichen riesigen Markt in El Alto (4100m). Auf diesem Markt wird wirklich alles angeboten - von Autoteilen über Stoffe, Kleidung und DVDs, bis hin zu toten Lama-Föten. Und natürlich massenweise Essen. Es kommen die unterschiedlichsten Menschen dorthin, um fleißig bei traumhaftem Bergpanorama ihre Einkäufe zu erledigen. 

Milchshake aus der Tüte

Hexenmarkt

Eine bolivianische Cholita

Ausblick aus dem Teleférico auf La Paz und den Illimani (rechts)

Der Markt in El Alto



Getrocknete Lama-Föten

Wir haben dort auch einen wunderbaren Aussichtspunkt gefunden, mit traumhafter Sicht auf La Paz und die umliegenden Berge. Ich konnte mich gar nicht satt sehen und wäre am liebsten ewig geblieben!

La Paz :)

Mit Hanna, Becci und Anne

Meine zweite Woche in Bolivien habe ich bei Hanna im Projekt verbracht. Am Dienstag Abend gab es ein großes Johannisfeuer, bei dem wir bis spät in die Nacht zu bolivianischer Musik um das Feuer getanzt haben. Die nächsten Tage habe ich es einfach genossen, mal wieder Zeit mit meiner Schwester zu verbringen und ihren Alltag mit zu erleben. Wir haben mit den Kindern herumgealbert, sind einen Tag mit Hannas "Familie" auf den Turubo in der Nähe gestiefelt, haben Schoko-Fondue gemacht... 
Ich habe mich dort unglaublich wohl gefühlt und kann zu 100% verstehen, warum Hanna in der Aldea so glücklich ist! Es herrscht eine so fröhliche und liebevolle Atmosphäre und die Kinder haben einen Platz zum Herumtoben, von dem mein kleines Projekt in São Paulo nur träumen kann. Ich habe mich total in die Kinder aus Hannas Casa verliebt und war froh von allen so herzlich aufgenommen zu werden. Die Kids waren fasziniert davon, wie ähnlich Hanna und ich uns sehen und der 2-jährige Frans aus Hannas Casa hat mich einfach auch Hanna genannt - gab eben 2 Hannas während meiner Anwesenheit :)

Ich bin so froh dass ich die Möglichkeit hatte, ein wenig das Land mit seiner Kultur und seinen Menschen kennen zu lernen, das für Hanna im letzten Jahr ein zweites Zuhause geworden ist.Ich war richtig traurig, als ich mich nach der Woche von allen verabschieden musste, hab mich aber gleichzeitig auch wieder total auf mein Praktikum, die Kinder und die vertraute Umgebung in São Paulo gefreut!

Johannisfeuer


Polonese





Die Kinder vergöttern Hanna :)

Carlitos hat Geburtstag! Er wird 8 :)


Traumhaftes Gelände

Auf dem Weg zum Turobo